„Es geht um mein Leben – und darüber bestimme ich“

Diesen Satz musste ich mehrfach lesen. Er stand in der Mainzer AZ vom 1.9.17. Es ist ein Zitat, und zwar hat das Herr Schröder gesagt, unser ehemaliger Bundeskanzler.

Keine Sorge, dies wird kein politischer Beitrag zur Bundestagswahl. Ich bin Ärztin, und Wahlbeeinflussung liegt mir fern.

Ich habe mir aus psychologisch-psychotherapeutischer Sicht diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen. Er zeugt von Selbstsicherheit, Klarheit, und Abgrenzungsfähigkeit. Gerade ein Mensch, der wie Gerhard Schröder im Rampenlicht steht, immer noch und immer wieder, hat es mit viel Kritik zu tun. Mit nachvollziehbarer Kritik, unverschämter Kritik, angemessener und unangemessener Kritik. Aber wer entscheidet das? Ob Kritik für uns niederschmetternd und kränkend ist oder ob wir die Kritik als bereichernd für unsere Selbstentwicklung bewerten? Genau das liegt in diesem prägnanten Satz, den ich wahrscheinlich demnächst an meine Schiefertafel im Wartezimmer in meiner Praxis schreiben werde. Dort stehen alle 1-2 Wochen neue „Sprüche“ oder Gedichte oder Fragen, die ich gut finde und die anregen sollen. Also: „Es geht um mein Leben – und darüber bestimme ich“. Diesen Satz möchte ich so manchen meiner Patienten und manchmal auch mir selbst sagen. Wie erfrischend ehrlich und klar kommt er rüber. Da weiß einer, was er will und was er nicht will. Fast unverschämt hat er den anderen gesagt: hierher und nicht weiter.

Man könnte fast ironisch sagen: Herr Schröder hat ausgedrückt: Ich komme zuerst… was man im eingedeutschten Englisch mit: „Ich first“ übersetzen könnte…

Aber zu Donald Trump möchte ich hier ganz bestimmt nichts schreiben.

Machen Sie es gut, und tun Sie das, was Sie für sich als richtig erachten.

 

Ihre Sabine Ott

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