Stress lass nach zum zweiten!

In Fortsetzung meiner kleinen Reihe über Stress möchte ich heute einmal erläutern, was Stress eigentlich aus psycho-logischer Sicht bedeutet. Eine Kurzformel, die mir gut gefällt, ist:

Stress = Angst + Ärger

Bei Stress dominieren also 2 Gefühle: Angst und Ärger. Das können Sie nutzen: Stellen Sie sich demnächst,  wenn Sie sich einmal „gestresst“ fühlen sollten 2 Fragen:

„Was macht mir hier Angst?“

und

„Was genau ärgert mich jetzt?“

Ein Beispiel: Ich stehe in der Warteschlange an der Supermarktkasse und fühle mich gestresst. Die Antworten auf die beiden Fragen könnten lauten:

1. Meine Angst ist, dass ich zu spät zu meinem nächsten Termin kommen könnte und meine Zeit sinnlos verplempere.

2. Mein Ärger: Auf die Leute vor mir und auf mich selbst, die sich schon wieder an die falsche Kassenschlange gestellt hat.

Was bringt das? Nun, es führt dazu, für sich selbst Empathie zu empfinden. Das wiederum tut den meisten Menschen gut. Ein empathischer Selbstdialog kann daher dazu führen, dass wir uns weniger dem Stress hingeben. Ich könnte mir selbst zum Beispiel sagen: Da hab´ ich aber jetzt Pech, oder: Das nächste Mal plane ich mehr Pufferzeit ein, wie könnte ich das bewerkstelligen? und: Wohin mit meinem Ärger – vielleicht lenke ich mich bewusst ab und gehe in meiner Phantasie an einen Wohlfühlort oder ich überlege, wie die Menschen vor mir so leben und warum sie gerade jetzt einkaufen gegangen sind und wie sie sich fühlen? Vielleicht entdecke ich dann Mitgefühl für diese Menschen. Und mein Ärger nimmt proportional ab. Probieren Sie es mal aus!

An diesem Beispiel zeigt sich übrigens noch eine weitere Stressdefinition sehr anschaulich: Stress entsteht, wenn wir die Kontrolle verlieren. In der Warteschlange haben wir kaum Kontrolle über das Geschehen, und deshalb macht das so vielen Menschen Stress. Aber dazu mehr beim nächsten Mal.

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